Musica Judaica

Rückschau auf die Veranstaltungen des Vereins 2019

Das Duo Brillaner spielte am 30. Oktober 2019 im Bechstein Centrum Frankfurt.


Wir danken unseren Förderern:
Ursula Lachnit-Fixson-Stiftung
Kulturportal Frankfurt
C. Bechstein

Shirley Brill (Klarinette) und
Jonathan Aner (Klavier) spielten:


Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 - 1847)
Sonate für Klarinette und Klavier Es-Dur (1824)
Adagio – Allegro moderato | Andante | Allegro moderato

Paul Ben-Haim (1897 - 1984)
Drei Lieder ohne Worte op. 45 (1952)
Arioso | Ballad | Sephardic Melody

Alexander von Zemlinsky (1871 - 1942)
Fantasien über Gedichte von Richard Dehmel op. 9 (1898) in einer Bearbeitung für Klarinette und Klavier
von James Breed
Stimme des Abends | Waldseligkeit | Liebe | Käferlied

Vier hebräische Melodien
in Form einer Suite für Klarinette und Klavier
bearbeitet von Simeon Bellison (1881 - 1953)
Canzonetta (Großmutters Erzählungen) – Jakob Weinberg
Zur Trauung (musikalisches Bild) - Grzegorz Fitelberg
Hebräischer Tanz - Boris Levenson
Kinderreigen - Jakob Weinberg

Shirley Brill und Jonathan Aner

Der Duo-Abend mit Shirley Brill und Jonathan Aner fand beim Publikum begeisterten Anklang. Dabei überzeugte die Interpretation durch gleichermaßen präzises Spiel wie lebhafte Expressivität, die insbesondere typische Wendungen und Farben in mitreißende Klänge verwandelte. Die Rolle der Klarinette war aber nicht nur aufgrund der Interpretation herausragend, sie war es auch, weil in den ausgewählten Kompositionen, teils im Original, teils in ihrer Bearbeitung für dieses Instrument, ein weiter Spielraum von dialogischen bis solistischen Verläufen angelegt ist.

Im hiesigen Konzertbetrieb selten gehörte Musik von Alexander von Zemlinsky, Paul Ben-Haim und die Bearbeitungen von Simeon Bellison, die auf Kompositionen von Jacob Weinberg, Grzegorz Fitelberg und Boris Levenson beruhen, ließen Felix Mendelssohn Bartholdys Sonate für Klarinette und Klavier in einem für uns neuen, viele bislang ungehörte Facetten offenbarenden Kontext erscheinen.


Felix Mendelssohn Bartholdy nach der Ölskizze von
Carl Joseph Begas (1821)

Reaktionen nach dem Konzert

"Ich habe lange keine so unbändige Spielfreude gepaart mit höchster künstlerischer Kompetenz erlebt. Das Konzert hat mich beglückt, beflügelt und nachhaltig inspiriert."
(Henriette Meyer-Ravenstein, Professorin für Gesang)


"Im Konzert von Shirley Brill und Jonathan Aner wurden die Zuhörer sofort in den Bann einer Duoklangsprache gezogen: kammermusikalische Bälle wurden jonglierend einander zugespielt!"
(Angelika Merkle, Professorin für Klavierkammermusik)


"Wir waren begeistert und beeindruckt von dem virtuosen Spielen der Künstler. Die Klarinette hat gesungen und geweint, ist gehüpft und hat getanzt. Jonathan hat auf dem Bechstein-Flügel eine riesige Palette von wunderbaren Klangfarben gezaubert. Das hervorragende Zusammenspiel der Beiden hat bei uns ein Meer an Emotionen ausgelöst. Kammermusik auf diesem Niveau würden wir gerne öfter hören!"
(Ingrid Zur und Jörg Heyer, Professoren für Viola)


In einem Gespräch mit Daniela Saavedra, einer Klavierstudentin der HfMDK Frankfurt, begegnete uns auch zwei Monate später noch der starke Eindruck, den unser Konzert hinterlassen hat:

Wenn Sie sich heute an das Konzert erinnern, was fällt Ihnen da spontan ein?
"… das Gefühl von Freiheit, ich hatte das Gefühl, mit der Musik fliegen zu können! Wirklich, wie Schmetterlinge – besonders bei Zemlinsky."


Kennen Sie die Interpreten aus dem Studium oder von früheren Konzerten?
"Ja, Jonathan Aner habe ich als Korrepetitionslehrer erlebt, er war immer klar und kreativ, ich war stolz bei ihm studieren zu dürfen. Im Konzert hatte ich ihn auch schon früher gehört, aber diesmal war es am schönsten! – Vielleicht, weil er mit Shirley Brill, also mit seiner Frau spielte."


Welche Komponisten der gespielten Werke waren Ihnen vorher schon bekannt?
"Zemlinsky und Mendelssohn, das Trio von Mendelssohn habe ich auch schon selbst gespielt und ein paar Solo-Stücke von Zemlinsky. Gerne würde ich jetzt die Suite mit den Bearbeitungen von Simeon Bellison spielen."


Wie haben Ihnen Programmauswahl und Konzept des Konzertes gefallen?
"Ich fand sie sehr originell, kreativ, stimmig. Gut war auch, dass am Anfang die eher ernste Sonate von Mendelssohn stand und das Konzert mit eher illustrativen, leichteren Stücken endete. Prima fand ich zudem die Moderation mit Infos zur Musik."


Inwiefern war es Ihrer Meinung nach ein Musica Judaica-Konzert?
"… durch die Komponisten und die Herkunft der Interpreten, ja und besonders durch die Interpretationsweise, die Tonbildung des Klarinettenspiels. Ich glaube, die Leidenschaft oder Schwere in der Musik ist auch jüdisch und auch das Abwechseln zwischen Dramatik und Humor …"


Was bleibt für Sie als Erfahrungswert, rational sowie emotional?
"… die sehr professionelle Spieltechnik beider, die Art des kammermusikalischen Spiels und der Klangbildung. Vorbildhaft ist für mich das Arbeiten mit einer Idee, die Sorgfalt, mit der beide alles interpretatorisch bis zum Ende durchdacht und durchgehalten haben. – Emotional erlebte ich eine ganz reine, wache Freude im Konzert, das war eine sehr schöne Erfahrung!"


Weitere Informationen


Ursula Lachnit-Fixson-Stiftung
Kulturportal Frankfurt
C. Bechstein


Konzert zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

am 24. Januar 2019 in der
Goethe-Universität Frankfurt am Main,
Campus Westend,
Trude-Simonsohn-Saal im Casino.

Ramón Jaffé (Violoncello) und Monica Gutman (Klavier) spielten Werke von Ernest Bloch, Erwin Schulhoff, Don Jaffé und Leon Gurvitch.

Wir danken unseren Förderern:

Mamlok Stiftung

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c/o Institut für Musikwissenschaft, HP 151
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